Update-Panne: Google Maps zeigte für ein paar Stunden EU ohne UK an


Ein für nach dem Brexit geplantes Update von Google Maps sorgte am Wochenende für Verwirrung. Auf der digitalen Karte war – statt wie bisher die einzelnen Staaten – die Europäische Union eingezeichnet, der das Vereinigte Königreich allerdings nicht mehr angehörte. EU-Wettbewerbskommissarin Vestager, bekannt für die Verhängung der Google-Milliardenstrafen, fordert eine Erklärung des Konzerns und droht mit einer weiteren Strafe.

Europäische Union statt einzelne Staaten

Was viele Europäer_innen sich schon lange wünschen, scheint bald Realität zu sein. Statt den einzelnen Staaten wurde die Europäische Union auf Google Maps angezeigt. Die Grenzen der Mitgliedstaaten wurden strichliert dargestellt. Die Namen der Staaten tauchten bei näherem Zoom leicht gräulich auf, während das Vereinigte Königreich separat und mit schwarzer Schrift eingezeichnet wurde. Bei der Darstellung dürfte es sich also um eine künftig geplante Ansicht von Google Maps handeln, die nach dem Brexit offiziell gelauncht wird, aber schon jetzt einigen Usern für ein paar Stunden ausgespielt wurde. Aktuell werden wieder die einzelnen Staaten gezeigt. Wir haben jedoch einen Screenshot gesichert:

Screenshot von Google Maps vom 1. April

EU-Kommissarin Vestager fordert Erklärung von Google und droht mit Strafe

Noch am Sonntagabend reagierte EU-Wettbewerbskommissarin Vestager auf die Update-Panne von Google und forderte eine Erklärung des Konzerns. Bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Brüssel sagte sie, auch wenn sie die Darstellung der Europäischen Union auf Google Maps begrüße, sei es absolut inakzeptabel das Vereinigte Königreich derzeit als Nicht-EU-Mitglied zu kennzeichnen. Großbritannien sei noch Mitglied der EU und durch die falsche Kartendarstellung würden Unternehmen noch stärker über den Status quo verunsichert. Solchen Wettbewerbsverzerrungen trete sie mit aller Härte entgegen. Sie betonte, solange Großbritannien in der EU sei, dürfe es sich auf eine starke Stimme gegenüber amerikanischen Konzernen verlassen. Die für die Milliardenstrafen an Google bekannte Kommissionspräsidentschaftskandidatin kündigte eine Untersuchung und mögliche rechtliche Schritte gegen Google an.

Noch kein offizielles Statement von Google

Eine Sprecherin der Google-Niederlassung in Dublin hat bestätigt, dass die Karte einzelnen Usern für kurze Zeit ausgespielt worden war. Derzeit werde geprüft, um wie viele User es sich gehandelt habe und wie es dazu kommen konnte, dass die noch nicht freigegebene Karte gelauncht wurde. Ein offizielles Statement von Google kündigte die Sprecherin für Freitag nächster Woche an.

 

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Über den Autor

Dominik J. Berghofer ist Europa-Aktivist aus Wien. Der 26-jährige gebürtige Steirer setzt sich insbesondere für die Gründung der Europäischen Republik ein. Mit der Plattform I love EU will er einerseits die öffentliche Diskussion über die Europäische Union stärken und andererseits mit dem Shop Europe! für mehr sichtbaren europäischen Stolz sorgen. Bis 2017 war er Europa-Gemeinderat der Bezirkshauptstadt Hartberg in Österreich.